"Zergangen ist meins hertzens we,
seit das nu fliessen will der sne ab seuser alben….
ich hor die voglin, groß und klain,
in meinem wald umb hauenstein…"
so sang schon Oswald von Wolkenstein.
Bestimmt wurde auch in der Zeit danach in dieser Gegend oft und gern gesungen. Der Pfarrchor Seis wurde aber erst 1952 durch den Lehrer Siegfried Pardeller als gemischter Chor gegründet. Anlass dafür war die 1950 eingeweihte Heilig-Kreuz-Kirche, die auch einen geräumigen Chorraum beherbergt. An den hohen kirchlichen Festtagen wirkte der neu gegründete Chor bei den Messfeiern mit. Es gab noch keine Orgel, nur ein Harmonium, das von Hilda Goller und Maria Kritzinger gespielt wurde. Die erste Orchestermesse wurde 1955 bei der Erstkommunionfeier aufgeführt (Messe in G von Max Filke). Ein Jahr später gestaltete der Chor seinen ersten "Bunten Nachmittag" im neuen Kinosaal und damit sein erstes weltliches Konzert.
Von 1956 - 1968 wurde der Chor nacheinander von Lehrer Georg Kinigadner, Lehrer Josef Pircher, Lehrer Bruno Mahlknecht und schließlich von Paul Jaider geleitet. Nun folgte eine vierjährige Unterbrechung, bis 1972 Siegfried Pardeller den Chor wieder übernahm. Im selben Jahr erhielt die Heilig-Kreuz-Kirche eine Orgel von Formentelli, die 1993 durch eine Pirchner-Orgel ersetzt wurde.
Ein entscheidendes Datum in der Geschichte des Chores ist das Jahr 1974. Die Expositur Seis (seit 1775) wurde zur Pfarre erhoben und der Chor nannte sich nunmehr Pfarrchor Seis.
Erstmals gab es einen gewählten Ausschuss, dem Friedrich Max Seebacher als Obmann vorstand. Weiters gehörten dem Ausschuss an: Oswald Burgauner (Vize-Obmann), Martha Nössing (Schriftführerin), Toni Schgaguler (Kassier), Gustav Kostner, Rosina Thomaseth und natürlich Siegfried Pardeller als Chorleiter. 1974 trat der Chor dem Südtiroler Sängerbund bei und organisierte 1978 in Seis das XI. Bundessingen des SSB, ein erster großer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte.
Ebenfalls 1978 konnte der Chor sein Probelokal im neuen Kulturhaus beziehen, wo er noch heute untergebracht ist. 1979 erreichte der Chor seinen bisher höchsten Mitgliederstand mit 53 Sängerinnen und Sängern. In dieser Zeit entwickelte sich aus dem Pfarrchor heraus der Seiser Männerchor unter der Leitung von Toni Schgaguler. 1984 übernahm Toni auch die Leitung des Pfarrchores, die er bis heute innehat.
Eine Besonderheit des Chores ist das Adventsingen; erstmals wurde es 1974 abgehalten und dann bis 1979 jährlich, seitdem wird es im Zweijahresrhythmus wiederholt. Einmal wurde es auch für das Fernsehen aufgezeichnet. Rudi Gamper war jahrelang der Sprecher.
Das Hauptaugenmerk des Chores liegt naturgemäß auf der Mitgestaltung der Messfeiern an Festtagen, bei Hochzeiten und Begräbnissen. Weltliche Konzerte und das Adventsingen runden die Tätigkeit des Chores ab. In unregelmäßigen Abständen wird ein Ausflug unternommen. Meist wird das mit einem Auftritt verbunden. Auch der Austausch mit anderen Chören wird gepflegt.
Die Vereinskasse wird durch Spenden, Beiträge durch Gemeinde und Raiffeisenkasse und durch die Beteiligung an verschiedenen Festen gefüllt.
Im März 2006 besteht der Pfarrchor Seis aus 44 Sängerinnen und Sängern (Sopran 17 - Alt 12 - Tenor 7 - Bass 8) und den Ehrenmitgliedern Siegfried Pardeller und Julia Rabanser. Drei Mitglieder wurden bisher mit der Silbernen Ehrennadel der Marktgemeinde Kastelruth für 50-jährige ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet. Es sind dies: Ida Frieda Malfertheiner, Gustl Goller und Gottfried Malfertheiner.
Im Ausschuss sind zurzeit (März 2006): Regina Rier, die den Chor 2005 als Obfrau übernommen hat, Friedrich Max Seebacher - Vize-Obmann, Toni Schgaguler - Chorleiter, Margret Schiner - Vize-Chorleiterin, Manuela Mauroner - Kassierin, Irene Zemmer - Notenwartin, Helmut Rier - Trachtenwart, Helmuth Zwerger - Vertreter des Männerchores Seis und Filomena Gamper - Schriftführerin. Der Pfarrer gehört dem Ausschuß von Amts wegen an.
Und nun einige Höhepunkte aus der Vereinsgeschichte:
Kirchliche Feiern:
19 Adventsingen
Weltliche Feiern:
Ausflüge:
Aufnahmen:
Chorleiter:
Obleute: