Kapellen und Bildstöcke

Auf dem Weg von Seis nach St. Oswald stehen beim Furscherhof ein Bildstock (u. a. mit dem Bild des hl. Sebastian) und etwas weiter das Karlottenstöckl im ladinischen Küchenblau unter einem Felsüberhang (Karlottenkofl) aus herrlich rotem Porphyr. Ehemals besaß das Stöckl als alte Totenrast ein Kreuzbild, heute ist hier eine Ölbergdarstellung zu sehen. Ein beeindruckendes Kreuz in Lebensgröße steht am Weg oberhalb des Umesmoarhofs, wohl die barocke Kopie eines romanischen Kruzifixes des 13. Jahrhunderts der alten Pfarrkirche von Kastelruth.

Am alten Kirchweg von Kastelruth zur Mariahilfkirche (heute Laurinstraße gegenüber dem Seiserhof) steht ein Bildstock des ausgehenden 17. Jahrhunderts, mit einem barocken Bild der Krönung Mariens in der Nische. In neuerer Zeit wurden von einem Jugendstilkünstler, Bilder der hll. Josef und Antonius zur Rechten der Dreifaltigkeit, der hl. Genoveva (mit brennender Kerze) und der hl. Katharina ihnen gegenüber, angebracht. Außen an den Flanken sind die hll. Aloysius und Johannes Nepomuk zu sehen. Als Reverenz vor den Stiftern dieser Gemälde dürften auf der Straßenseite noch Karl der Große mit dem Modell des Aachener Domes (Marienoktogon), seinem Unterschriftenmonogramm zu Füßen und die hl. Rosa von Lima vor der Santnerkulisse (!) hinzugekommen sein (19. Jahrhundert). Das große Kreuz gegenüber dem Unterwirt ist eine alte Totenrast. Zwischen St. Valentin, dem Zatzerhof und St. Anna in Ploy bei Kastelruth erinnert auf dem Wiesensattel ein Bildstock daran, dass hier einst ein Pestfriedhof bestanden hatte (um 1636 wurde das Land von einer Pestepidemie heimgesucht).

Die Kapelle im Bad Ratzes, das schon der große Inwohner von Seis, Oswald von Wolkenstein erwähnt hat, ist den beiden heiligen Ärzten Kosmas und Damian geweiht. Im Jahre 1962 hat der Bergrettungsdienst von Seis zum Gedenken an die abgestürzten Bergsteiger eine Kapelle auf dem Schlernbödele errichten lassen (der Architekt war Stefan Rabanser, die Madonnenfigur stammt von Maria Delago).

So spannt sich im Dorf Seis der weite Bogen der Geschichte vom berühmten (Brand-) Opferplatz am Runker Eck bis zur schönen neuen Heiligkreuzkirche; dazwischen liegen Höhepunkte heimischer Kunst, die nicht nur vom Können der Künstler, sondern in erster Linie von der frommen Geberhaltung der Gläubigen in alter und neuer Zeit Zeugnis geben.

Pfarrei Hl. Kreuz, Oswald von Wolkensteinplatz 8, 39040 Seis am Schlern (BZ), Tel.: +39 0471 706470, Fax: +39 0471 708550 - E-Mail
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